Was ist eigentlich meine persönliche Wirkkraft? Diese Frage beschäftigt mich im Moment. Eigentlich beginnt sie aber schon viel früher. Nämlich mit der Frage: Was ist Wirkkraft überhaupt?
Für mich ist Wirkkraft die Kraft, die aus dem Inneren heraus nach außen wirkt. Das, was man tut, wie man handelt und was dadurch bei anderen Menschen, also im Außen ankommt.
Aber woher kommt diese Kraft eigentlich? Warum ist sie wichtig? Warum setzen wir sie ein? Durch was wird sie angetrieben? Natürlich möchten wir gesehen werden. Dazugehören. Einen Platz in der Welt haben. Freunde haben und vor allem geliebt werden. Wir wollen etwas erreichen, mögen Stolz und Anerkennung.
Für den einen spielt diese Wirksamkeit im Außen eine bedeutsamere Rolle, als für den anderen. Aber die Treiber dahinter scheinen mir die gleichen zu sein.
Es lässt mich ja auch nicht unbeeindruckt mich hier und im Rahmen von Sozial Media mitteilen zu wollen, - oder ist es der Druck, dass das heute eben dazu gehört, wenn man etwas/sich vermarkten möchte, um wirklich gesehen zu werden? So habe ich es zumindest verstanden – Obwohl mein Treiber dahinter ist, ein paar meiner Gedanken zu teilen und einzuladen sich mit treiben zu lassen. Denn leider sind das nicht die Gedanken, über die man mal eben so redet…..sie brauchen einen bestimmten Rahmen und Raum und bestimmte Menschen……
Und diese From zeigt vermutlich mein Wesen, ein Teil des Menschen der ich bin. Und das halte ich für wichtig. Zumindest falls man mit mir arbeiten möchte.
Nun, ich brauche also auch Wirkkraft. Privat genauso wie beruflich. Genau deshalb lässt mich dieses Wort im Moment auch nicht mehr los.
Einerseits, weil wir-k-kraft der Name geworden ist, den meine Freundin und ich für unser gemeinsames Herzensprojekt gewählt haben. Die Bedeutung des Wortes, bzw. die inkludierte Doppeldeutung, spielt dabei natürlich eine große Rolle.
Und dann die automatische Frage: Was ist eigentlich meine persönliche Wirkkraft? Womit wirke ich wirklich nach außen? Und vor allem: Woher kommt sie? Ich frage mich, ob echte Wirkkraft nur dann entsteht, wenn etwas wirklich aus meinem Inneren kommt. Wenn da diese Resonanz ist. Dieses Feuer. Diese intrinsische Motivation, für die ich gar keine Begründung brauche. Ist es dann das, was bei anderen als authentisch ankommt? Wenn wirklich etwas von innen nach außen wirkt?
Oder kann Wirkkraft genauso gut entstehen, wenn sie von außen motiviert wird? Wenn zum Beispiel Verantwortung mein Antrieb ist? Wenn ich meine Familie versorgen möchte. Wenn Ziele erreicht werden wollen. Wenn Geld verdient werden muss? Wenn ich eine Rolle erfüllen soll, um irgendwo dazu zu gehören. Wenn das Leben manchmal einfach nach Funktionieren verlangt….. Oder sind diese Ziele eigentlich letztlich auch wieder nur motiviert, von etwas Tieferen, was dahinter liegt? Und ist es weniger authentisch, wenn von außen gesetzte Ziele einen antreiben Dinge zu tun? Ist die Wirkkraft dann eine andere?
Ich kann für mich sagen, dass ich in mir auf jeden Fall zwei Treiber wahrnehme, die sich nicht immer ganz einig sind, in dem was sie wollen und zum Handeln motiviert. Der eine entsteht aus dem Bedürfnis mit beiden Füßen auf dem festen Boden stehen zu wollen. Da ist es wichtig zu hinterfragen und zu verstehen und Zusammenhänge zu erkennen. Für alles eine Erklärung finden. Vermutlich kann ich sagen, das ist mein innerer Kontrolleur. Heute weiß ich, dass dieser Teil mich beschützen und für mich sorgen möchte, dass er irgendwann gelernt hat, wie wichtig Sicherheit und Kontrolle sein können. Dabei spielt das rationale Verstehen zumindest für mich eine sehr große Rolle! Sie erklärt mir warum Dinge so sind, warum Menschen so handeln. Erklärung können das eigene Fühlen manchmal besänftigen, mit etwas Nachdruck sogar beruhigend beeinflussen – bis hin zu perfekt verdrängen, wenn nötig.
Und dann gibt es diese andere Seite. Die, die sich nach Leichtigkeit sehnt, nach Weite, nach echtem Fühlen. Nach Leidenschaft und die, die einfach nur Vertrauen möchte, das alles gut ist und wird. Die, die einem höheren Sinn folgen will. Die den Moment genießen will, ohne zu hinterfragen, ohne an Morgen zu denken. Die, die nach innen fühlt, was sich da von innen heraus ausdrücken und entfalten möchte, was man dann vielleicht die Seele nennt. Das, was wirklich mein ganz persönliches Ich – meinen eigentlichen Treiber ausmacht.
Die eine Seite fragt häufig laut: “Ist das wirklich realistisch?” Die andere fragt leise aber beständig: “Was wäre, wenn es möglich ist?”
Diese Fragen begleiten mich eigentlich schon mein ganzes Leben. Sie hatten in meinem „erwachsenen Leben" nur bisher nicht allzu viel Raum. Ich war zwar schon immer jemand, der sich von Musik hat tragen lassen. Der sich in schönen Geschichten verlieren konnte. Der Tagträumer, der Sehnsüchte hatte. Das Mädchen, das mit Blumen und mit Tieren spricht, manchmal lieber sogar als mit Menschen. Aber ich habe eben auch viele Rollen und Verpflichtungen, die dafür nicht viel Zeit übrig lassen. Außerdem hilft es „im wahren Leben“ eben alles verstehen zu können. Ich gehe dabei auch gerne in die Tiefe.
Aber was steht eigentlich hinter diesem Bedürfnis nach Sicherheit und leider auch Kontrolle? Was macht die Angst dahinter aus? Was ist die Angst etwas loszulassen und sich in eine Unsicherheit hineinfallen zu lassen? Ich schätze diesen Gedanken hier weiter zu verfolgen, führt zu weit. Aber mir ist schon klar, dass das mit meiner Lebensgeschichte, meiner Familiengeschichte und meinem ganz persönlichen Erleben von Bindung, Liebe und Vertrauen zu tun hat. Noch so viel dazu: Auch ich habe erfahren, dass Sicherheit nicht selbstverständlich ist. Und da erzählt sich unser Kopf dann eben lieber eine Geschichte mit ein paar rationalen Fakten gefüttert, mit der wir besser leben können. Das hilft dem Verstand und vor allem dem Schmerz dahinter. Oder wir lernen zum Überleben Mechanismen, die ungefragt übernehmen. Und was in so einer Ausnahmesituation dienlich war, das kann so schlecht nicht sein; - so tickt zumindest das Unterbewusstsein und ist sich da mit dem körpereigenen Schutzmaßnahmen auch mal ausnahmsweise sehr einig!
Das Gefühl bleibt aber meist trotzdem. Irgendwo ganz tief drinnen, gut geschützt und in uns und unserem Körper gehalten. Die Enttäuschung. Die Sehnsucht. Die Angst. Möchte man hier wirklich weiter gehen, könnte es spannend werden: Was steht hinter dieser Sehnsucht in mir? Was möchte da gesehen werden? Was möchte gelebt, bzw. vielleicht geheilt werden? Und was passiert, wenn ich diesem Teil wirklich Raum gebe? Entsteht daraus vielleicht eine ganz andere Form von meiner eigenen Wirkkraft?
Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich, dass es gar nicht darum geht, diese beiden Seiten gegeneinander kämpfen zu lassen. Sondern sie eher besser kennenzulernen. Zu verstehen, welche Kräfte in einem wirken. Welche mich schützen. Welche mich antreiben. Welche mich manchmal klein halten. Und welche darauf warten, gelebt zu werden. Ich glaube, genau dort beginnt tatsächlich unsere persönliche Wirkkraft. Nicht als etwas, das wir erschaffen müssen. Sondern als etwas, das sichtbar wird, wenn wir verstehen, was bereits da ist und vielleicht nur „enthädert – entfesselt“ werden möchte.
All diese Gedanken, haben bei einem mir sehr wichtig geworden Menschen einen gemeinsamen Raum gefunden, in dem sie gut und sicher wirken dürfen. Und dieser Raum ist bereit zu wachsen, auch um ihn mit anderen zu teilen, die ähnlich fühlen. Es ist ein Raum der erstmal sichtbar und fühlbar macht, nicht wertet und keine Antworten verspricht. Ein Raum der echt ist und echt sein zulässt. Ein Raum, der wirkt und Wirkung entfachen kann, durch unsere Kraft für Deine Kraft….
Wie daraus schließlich wir-k-kraft entstanden ist, davon erzähle ich im nächsten Blog.

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