Gedanken zur Entscheidungsfindung

Kennst du das? Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung, für Dich, Dein Kind, für Euch. Es fühlt sich an wie eine riesige Verantwortung
und du drehst dich innerlich im Kreis, sowohl bei deinen Gefühlen, vor allem aber in deinem Kopf. Selbst nachts kannst du entweder nicht einschlafen, oder wachst um 4 Uhr auf und sofort drehen die Mühlen wieder los. Die Atmung wird schneller, dein ganzes System scheint in Alarmbereitschaft zu sein, als würden Deine Gedanken jetzt hier direkt alles verändern. Natürlich weißt Du, dass es so nicht ist, aber es geht trotzdem immer wieder los.
 

Du hast schon hundert Mal alles durchgedacht, alles abgewogen, von allen Seiten beleuchtet, andere nach ihrer Meinung gefragt und dir sämtliche Infos eingeholt.

 

Und trotzdem kommst du keinen Schritt weiter. Irgendetwas hält dich fest.  Ob die eigenen Zweifel und die Angst es falsch zu machen, oder vielleicht die Stimmen im Kopf – die versuchen Dich zu beeinflussen....

Und je länger du darüber nachdenkst, desto schwerer wird es- und leider nicht leichter.

 

Häufig geht es gerade bei diesen großen und wichtigen Entscheidungen auch irgendwann gar nicht mehr um die Sache, sondern plötzlich mischen sich auch noch ganz andere Ebenen mit rein:

Erfahrungen.
Erwartungen.
Prägungen.

Beziehungen

Alles immer mit den Vermutungen geknüpft: Wenn – Dann, mit allem was sein könnte. 

 

Und irgendwo dazwischen geht oft das verloren, was eigentlich entscheidend wäre: Das eigene Gefühl.

Dabei war das mal ganz selbstverständlich. Früher, als Kind -da war ziemlich klar, was sich gut anfühlt und was nicht. Was man möchte und nicht. Was man wirklich braucht und was nicht. 

Aber diese Entscheidung wurden schnell von Menschen übernommen, die für uns die Verantwortung übernommen haben.  Menschen die für uns einen Plan hatten, die bereits ihre Erfahrungen gemacht hatten und damit dachten, besser für uns entscheiden zu können. Manchmal hatten wir Glück und es war nah dran, an unserem Gefühl und in bester Absicht. Manchmal lag das Ergebnis aber auch ganz weit weg von unseren eigenen Wünschen und Bedürfnissen.

Mit der Zeit werden die Stimmen von außen immer lauter. Was man sollte. Was richtig ist. Was erwartet wird.

Und ganz besonders diese „Wenn-dann“-Sätze, die an die Vernunft appellieren, alles in Relation setzen und an einen Ergebnis bewerten.

Und je lauter das Außen wird, desto leiser wird oft die eigene innere Stimme. Bis es irgendwann schwer wird, überhaupt noch zu spüren:

Was will ich eigentlich? Was brauche ich wirklich? Welche Entscheidung kann ich mittragen?

 

Hier ein paar Fragen, die ich hilfreich finde:

  • Ist es wirklich notwendig sofort die perfekte Entscheidung zu treffen?Wieviel Spielraum ist da?
  • Wo hänge ich derzeit am meisten fest?
  • Wenn ich bei einem Mobile auf der einen Seite Angst habe und auf der anderen Seite vertrauen, wie schwer sind dann die Gewichtsklötzchen die daran hängen?
  • Was erzeugt gerade den meisten Druck?
  • Wo spielen „Altlasten“ eine Rolle und wo die Ungewissheit vor dem was ich nicht kenne? 
  • Was würde sich verändern, wenn du deinem Gefühl ein kleines Stück mehr vertraust und die Stimmen im Kopf etwas „leiser drehst“

Mir ist es wichtig hier nochmal zu sagen: Die Möglichkeit überhaupt entscheiden zu können, ist für mich fast das höchste Gut!

 

Und das ja nicht nur bei den großen und schwierigen Themen so. Sondern immer und jederzeit sind wir aufgefordert zu entscheiden, bzw. wir dürfen entscheiden!!!!!!

Es ist vielleicht nicht immer das WAS wir beeinflussen können, aber immer das WIE!

Aus diesem Grund ist es mir auch so ein großes Anliegen, diese Fähigkeit dazu stärker zu unterstützen. Bereits bei den Kindern ist es so wichtig, das eigene Gefühl wertzuschätzen und ihren Spielraum, ihre Entscheidungsfreiheit aufzuzeigen – auch wenn sie sich häufig noch in einem System bewegen, in dem sie extrem abhängig sind.

Bei den Erwachsenen ist es häufig wieder so wichtig die drei Ebenen unseres Denkens, des losgelösten Visionieren und Träumens sowie die Möglichkeit des eigenen Handelns wieder miteinander in Verbindung zu bringen. Denn diese Ebenen geben unserem Gefühl, dem „Bauch“, der „Seele“ ihren Ausdruck.

  

Und umso mehr wir uns täglich bewusst machen, ich habe die Wahl, dann darf ich das auch täglich bewusst üben.  Ja – es ist nicht immer so leicht wie es klingt – aber es darf wieder leichter werden.

 

Ich habe mich heute ganz spontan dank einer sehr guten Freundin entschieden beim „Pink-Walk“ mitzumachen. Es hat quasi gerufen und ist für eine gute Sache! Wer sich hier gerne auch noch beteiligen möchte – das wäre toll!

 

Bauch und Kopf (Mark Foster) 

 

Pink-Walk

 

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0