Ostergedanken - Stups: Dem geht immer etwas schief

 

Bei all den Gedanken, die da so in meinen Kopf umherwirbeln, schoss der Gedanke rein:

Es ist bald Ostern..... und sofort summte eine Stimme in mir los:

"Stups der kleine Osterhase, fällt andauernd auf die Nase. Ganz egal wohin er lief, immer ging ihm etwas schief!

 

Der süße kleine tollpatschig Stups!

Meine Kinder und ich, wir mochten das Lied immer sehr. Es ist lustig und macht gute Laune beim Singen. Und ich ja, ich mag es heute noch!

Aber irgendwie frage ich mich gerade jetzt zum ersten Mal, wie es wohl dem armen Stups heute gehen muss, wenn immer alle Menschen das Lied über ihn singen?

"Er fällt andauernd auf die Nase. Ganz egal, wohin er lief – immer geht etwas schief!" - lustig

Andauernd und Immer! Was macht das eigentlich mit Stups, bzw. mit einem selber, wenn man immer wieder sowas über sich selber von anderen hört?

Auch wenn es liebevoll gemeint ist. Wenn man wie ein kleines Schild auf der Stirn trägt: „Bei mir geht immer etwas schief.“ Schublade auf: Stups drin - andauernd und immer - Schublade zu. Vielleicht noch ein liebevolles Lächeln dazu! - „Ach, der Stups… so süß.“ Danke auch!

Ist es das, was Stups über sich hören möchte - auch wenn er heute längst erwachsen ist? 

Diese Einsortierung. Diese Schubladen.  

Die Wahrheit ist: Wir alle machen das - ständig. Wir sind Sortierer. Anders könnten wir mit all den Eindrücken und Informationen um uns herum gar nicht umgehen. So funktioniert unser Gehirn. Es ist immer bestrebt sich einen Überblick und eine gewisse Ordnung zu verschaffen. Wir stecken Dinge in Schubladen. Menschen. Erfahrungen. Und tatsächlich auch häufig uns selbst! Wir sortieren zu den Dingen, die uns schon bekannt sind, die wir kennen und verstanden haben. Das gibt uns Sicherheit.

Manche Schubladen sind sehr ordentlich sortiert. Manche allerdings sind chaotisch - die mit den für uns nicht so wichtigen Infos. Manche Schubladen quellen über. Und manche sind noch leer und warten auf den richtigen Inhalt.

Und dann gibt es da auch noch diese Rumpelkammer. Da ist das Zeug für später drin, das gerade nicht gut zugeordnet werden kann. Das was sich noch zu groß anfühlt, um es verstauen zu können,  - oder kaputt gegangen ist, und erstmal repariert werden müsste.....oder eigentlich sogar aussortiert werden könnte.....

Aber das ist ein anderes Thema - auch vielleicht Gedanken für später ;-)

 

Zurück zu Stups. Schublade auf. „Dem geht immer alles schief.“ Schublade zu.

 

  • Wie funktioniert eigentlich dein eigenes Schubladensystem?
  • Wie oft geht es dir so, dass du an jemanden denkst – und zack: Schublade auf:

„Das ist doch die, die immer zu spät kommt." 
„Der totale Chaot.“ 
„Mein Kind – der kleine Professor…“ 
„Der Wirbelwind…“ 
„Wen ich den anrufe, immer die gleiche Leier…“ 
"Der Typ ist so oberflächlich!" ... Schublade zu!

  •  Möchten wir, dass andere so über uns denken?
  • Möchten wir nicht eigentlich alle viel lieber in unserem ganzen Sein gesehen werden?

Naja, kleine Einschränkung - vielleicht nicht von allem und jeden! Bei manchen Menschen ist es ja vielleicht auch ganz praktisch, wenn sie uns in eine ihrer Schubladen stecken, die uns gut zu Gesicht steht, oder?  Zum Beispiel bei der Arbeit - bei den Schwiegereltern etc.

 

Und während ich so darüber nachdenke, kommt mir mir ein persönlicher Gedanke. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich auch lange so ein Label - für mich selber definiert! Eins, das sich über die Jahre irgendwie eingeschlichen hat. Ich sagte häufig ein bisschen sarkastisch über mich: "Auf meinem Grabstein wird wahrscheinlich einmal stehen: „Und sie hat sich stets bemüht!“ Und genau so hat es sich angefühlt!

Und schon der Gedanke daran - jagd mir selbst ein kleiner Schauer über den Rücken. Ich möchte so nicht mehr über mich denken, und will auch nicht das es andere tun. Aber das Muster dahinter ist so tief, das er immer mal wieder durchbricht.

Da steckt diese Bedürfnis drin, es allen recht machen zu wollen; dass sich alle wohlfühlen; dass es allen gut geht - und die Sorge, dass sie mich sonst nicht mehr mögen, mich gar nicht mehr sehen.

Das Fachwort dafür ist 'People Pleaser'. - Und ich merke, wie sehr ich dieses Wort inzwischen für mich persönlich schrecklich finde.

Es ist ein Weg, das für sich zu erkennen, und sich selber mal aus der Schublade zu befreien. Es kostet Kraft und Mut auch mal Nein zu sagen, auch mal anzuecken mit seiner Meinung und zu riskieren, dass es halt nicht jedem gefällt was man tut und wer man ist.

 

Und vielleicht magst du an dieser Stelle einmal ganz ehrlich bei dir hinschauen:

  • Welcher Satz beschreibt dich persönlich?
  • Vielleicht sogar einer, den du selbst schon oft über dich gesagt hast. Und wenn du ihn hörst – fühlt er sich wirklich richtig an?
  • Oder ist es vielleicht auch an der Zeit, diesen Satz neu zu schreiben?
  • Wie schnell wandern Menschen bei Dir in dein Schubladensystem? 
  • Und wie oft bekommen sie eine Chance da wieder heraus zu kommen?

Hier kommt wieder mein liebster und heilsamste Gedanke:

Wir haben immer die Wahl und die Möglichkeit zu entscheiden- jeder Zeit und immer wieder Neu! Mir hilft das!

 

Ich wünsche dir von Ich zu Ich ganz viele hilfreiche Gedanken beim Beobachten. Beim Neu-Sehen. 

Hab wunderschöne Ostern – mit vielen kleinen Überraschungen. Mit Begegnungen mit dir selbst und mit den Menschen um dich herum, die du vielleicht auch ganz neu suchen und finden darfst.

 

Stubs, der kleine Osterhase https://open.spotify.com/intl-de/track/1O2sdZviza9fQgHuRIXkYY?si=9f883776702749cf

 

Die, die immer lacht https://open.spotify.com/intl-de/track/7d7cWz7Br6eTdQ5FB2JLZj?si=468b4d8e0e3f4b0e

 

Humorvoller Song übers Schubladendenken https://open.spotify.com/intl-de/track/39jnUNtPVHkFp2PxYYRY4C?si=832249a9786a4cd3

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